Clips aus dem Archiv

Die meisten Menschen kennen Viktor Frankl als Überlebenden des Holocaust, als Autor und als Begründer der Logotherapie/Existenzanalyse. Er war aber auch Philosoph, Zeitkritiker und hellsichtiger Beobachter seiner Mitmenschen und der Gesellschaft. Er scheute sich nicht, Probleme und negative Entwicklungen auch außerhalb seines engeren Fachgebietes zu kommentieren. Manche sahen in ihm einen "weisen alten Mann", andere kritisierten ihn. Seine scharfe Beobachtungsgabe ermöglichte es ihm jedenfalls, Fehlentwicklungen und gefährliche Trends zu erkennen, und er fühlte sich verpflichtet, seine Stimme zu erheben, weil es gerade solche kollektiven Irrwege sind, die die Grundlage für viele individuelle Nöte und Neurosen bilden.

Hier finden Sie eine Reihe von Originalaufnahmen, auf denen Frankl zu den verschiedensten Themen Stellung nimmt.

 

NEW THEORY … approx. 1963 [2:08]
TV-Interview im Rahmen einer der frühen Vortragsreisen Frankls in die USA.

 

RESOURCES OF SURVIVAL, 1987 [3:57]
Vortrag, Southern Methodist University, Dallas, TX. Frankl spricht über Ideen und Ideale, über Tiefen- und "Höhenpsychologie". Die Schlussbemerkung wurde vielfach zitiert: er erinnert seine amerikanische Zuhörerschaft an den engen Zusammenhang zwischen Freiheit und Verantwortlichkeit.

 

JERRY LONG: "I BROKE MY NECK, BUT IT DID NOT BREAK ME" [6:55]
Jerry Long war seit einem Tauchunfall mit 17 Jahren vom Hals abwärts gelähmt. Er schrieb
an Frankl, "Ich habe mir das Genick gebrochen, aber ich bin nicht daran zerbrochen." Long
studierte trotz seines Handicaps Psychologie und wurde Psychotherapeut. Er starb 2004.

 

ON EXISTENTIAL PHILOSOPHY [2:40]
Frankl beschreibt die Unterschiede zwischen der Logotherapie und den Ansichten der
französischen Existentialisten Sartre und Camus.

 

DRUGS: SUBJECTIVE VS. OBJECTIVE MEANING [4:28]
Eines der wichtigen Anliegen Frankls in den 1960er-Jahren. Als er 1961 an der Harvard
University eine Gastprofessur innehatte, war er einer der wenigen, die sich gegen die
Experimente Timothy Learys mit LSD stellten: "Freiheit ist nur die eine Seite jenes
Phänomens, dessen andere Seite die Verantwortlichkeit ist." (Kalifornien 1968)

 

ON BELIEF AFTER THE HOLOCAUST [3:31]
Ist der Glaube an Gott nach Ausschwitz noch berechtigt? Nicht alle teilten Frankls
persönliche Meinung zu diesem Thema. Oft kam es auch in seiner eigenen
Glaubensgemeinschaft zu Unstimmigkeiten. In diesem Clip erklärt Frankl seine Position klar
und eindeutig.

THE WILL TO MEANING [3:19]
Am Sinn des Lebens zu zweifeln war für Sigmund Freud Symptom einer Neurose. In direktem
Gegensatz dazu steht Frankls Meinung. Frankl spricht in diesem Interview eines kanadischen
Fernsehsenders aus dem Jahr 1972 über den Zusammenhang zwischen Sinn im Leben und Glück.
(Toronto 1972)

 

INTERVIEW, SAN FRANCISCO 1984 / TEIL 1 [9:47]
"Conversation with Dr. Frankl", Interview anlässlich des 4. Weltkongresses für
Logotherapie, San Francisco 1984.

 

INTERVIEW, SAN FRANCISCO 1984 / TEIL 2 [4:26]
"Conversation with Dr. Frankl"

 

RELIGION AND ULTIMATE MEANING, 1990 [4:09]
In diesem Fernsehinterview, das 1990 in Südafrika entstand, spricht Frankl über die
Verbindung zwischen Religion und seinen Theorien. Offen für die Sinn- und Wertfrage, wird
Logotherapie oft als tendenziell religiös missverstanden.

 

YOUTH IN SEARCH OF MEANING, 1972 [4:22]
Ein Ausschnitt aus einem Vortrag, den Frankl im Jahr 1972 vor dem "Toronto Youth Corps"
hielt. In typisch lebhaftem und humorvollem Stil erklärt er Kernpunkte der Logotherapie,
unter anderem an Hand von Analogien zwischen Goethe-Zitaten und dem Pilotieren eines
Flugzeuges – ein privates Hobby, mit dem er damals gerade begonnen hatte.

 

REHUMANIZACION DE LA PSICOTERAPIA [5:14]
Frankl diskutiert den Gebrauch von Methoden und Techniken in der Psychotherapie. Obwohl
oder gerade weil sich die Psychotherapie in einer Zeit des bedingungslosen
Fortschrittsglaubens rasch entwickelte, sieht er die Hauptaufgabe der Logotherapie darin,
den Beruf des Psychotherapeuten zu re-humanisieren. Die Diskussion wirde für das
Argentinische Fernsehen auf Spanisch synchronisiert. (Buenos Aires 1985)

 

TV INTERVIEW, BUENOS AIRES 1985 [3:25]
Individuum und Gesellschaft – Fernsehauftritt in Argentinien mit Dr. Geronimo Acevedo und
Dr. Oscar Oro, den Gründern des ersten Logotherapie-Instituts in Buenos Aires. Frankl
lehrte oft in Argentinien, wo die Logotherapie bereits in den 1950er Jahren starken
Anklang fand. Frankls selbst reiste 1954 erstmals nach Argentinien und beherrschte ein
wenig Spanisch.

 

ÜBER SELBSTTRANSZENDENZ [2:16]
Frankl zum Konzept der "Selbsttranszendenz", das er der vielzitierten
"Selbstverwirklichung" (A. Maslow) gegenüberstellte. Diese sah Frankl als nicht auf
direktem Weg erreichbar. Maslow stimmte ihm in seinen letzten Jahren zu.

 

DREI WEGE ZUM SINN, 1977 [2:23]
Frankl über die Möglichkeiten, Sinn zu verwirklichen. Österreichisches Fernsehen 1977.